Krypto an das falsche Netzwerk gesendet: was nun?
Von Redaktion PlatformCrypto.eu · zuletzt geprüft am
Kurze Antwort
Das hängt davon ab, wo die Coins gelandet sind. Gibt es die Empfangsadresse auch im anderen Netzwerk und gehört sie dir, kannst du sie oft selbst zurückholen. Gingen sie an eine Börse, hilft vielleicht deren Support. An eine Adresse, die niemand kontrolliert, sind sie meist verloren.
Viele Coins gibt es gleichzeitig in mehreren Netzwerken. USDC zum Beispiel wird auf Ethereum, Solana, Base und weiteren Netzwerken ausgegeben. Bei einer Auszahlung wählst du das Netzwerk, und die Empfängerseite muss genau dieses Netzwerk unterstützen. Unsere Übersicht der Netzwerke erklärt, wie diese Wahl funktioniert.
Zuerst die Transaktion nachschlagen
Such dir die Transaktions-ID in deinem Auszahlungsverlauf heraus und gib sie im Explorer des verwendeten Netzwerks ein; siehe was ein Blockchain-Explorer ist. Notiere dir das Netzwerk, die Adresse und ob die Transaktion bestätigt ist. Eine unbestätigte Überweisung ist nur verzögert, nicht verloren.
Dann klären, wer die Empfangsadresse kontrolliert
Deine eigene Wallet. Netzwerke nach dem Vorbild von Ethereum, etwa Base, Arbitrum One und BNB Smart Chain, nutzen dasselbe Adressformat. Besitzt du die Seed-Phrase zu der Adresse, gehört dir dieselbe Adresse auch im anderen Netzwerk. Füge dieses Netzwerk deiner Wallet hinzu, wie es die Support-Seiten von MetaMask beschreiben, dann erscheint das Guthaben. Um es zurückzuschicken, brauchst du etwas vom eigenen Coin dieses Netzwerks für die Gebühr.
Eine Börse. Hast du an eine Einzahlungsadresse einer Börse über ein Netzwerk gesendet, das die Börse nicht unterstützt, wende dich mit der Transaktions-ID an ihren Support. Coinbase und Kraken beschreiben beide, wann sie solche Einzahlungen zurückholen können. Garantiert ist das nicht, es kann Wochen dauern und eventuell eine Gebühr kosten.
Jemand anderes oder niemand. Gehört die Adresse einem Dritten, der nicht mitwirkt, oder niemandem, lässt sich nichts rückgängig machen. Transaktionen auf der Blockchain sind endgültig.
Memo oder Destination Tag vergessen?
Bei Coins wie XRP und Stellar nutzen Börsen oft eine einzige Einzahlungsadresse für alle Kunden und unterscheiden sie über ein Memo oder einen Destination Tag. Fehlt diese Angabe, kommen die Coins zwar bei der Börse an, können aber nicht automatisch gutgeschrieben werden. Das lässt sich meist beheben: Schick dem Support die Transaktions-ID und deine Kontodaten.
So vermeidest du den Fehler beim nächsten Mal
- Prüfe, welche Netzwerke der Empfänger unterstützt. Auf unseren Netzwerkseiten siehst du bei jedem Coin, über welches Netzwerk du ihn bei welcher lizenzierten Börse auszahlen kannst; ein Beispiel ist Ethereum.
- Schick an jede neue Adresse zuerst einen kleinen Testbetrag.
- Trag das Memo oder den Tag immer ein, wenn der Empfänger danach fragt.
- Achte auf Wrapped-Versionen mit bekannten Namen; siehe was ein Wrapped Token ist.
Bist du unsicher, welches Netzwerk deine Wallet nutzt, lass deine Coins auf der Börse, bis du es weißt. Unser Wallet-Ratgeber vergleicht die wichtigsten Möglichkeiten, und der Vergleichsrechner zeigt dir schon vorher, wo du am meisten Krypto für deine Euro bekommst.