Bei einer Bank entscheidet die Bank, wer sich Geld leihen darf und zu welchen Bedingungen. Bei Aave (öffnet in einem neuen Tab) stehen diese Regeln in Smart Contracts: Die einen zahlen Krypto in gemeinsame Pools ein und erhalten dafür Zinsen, die anderen leihen sich gegen Sicherheiten aus denselben Pools, und alle handeln aus einer Wallet, die sie selbst kontrollieren. Das Protokoll startete 2020, entwickelt vom Team, das zuvor ETHLend gebaut hatte. Aave Labs bezeichnet sich als ursprünglichen Autor des Codes.
Einlagen kommen als aTokens zurück, etwa aUSDC, die automatisch Zinsen ansammeln. Die Zinssätze richten sich nach der Auslastung, also dem Anteil eines Pools, der gerade verliehen ist. Jeder Kredit ist überbesichert: Wer leiht, hinterlegt mehr Wert, als er herausnimmt. Fällt diese Sicherheit unter ihre Mindestschwelle, zahlt ein Liquidator einen Teil des Kredits zurück und bekommt Sicherheiten, die mehr wert sind als der zurückgezahlte Betrag. Neben Ethereum laufen die Verträge auf mehreren anderen Netzwerken, darunter Arbitrum, Base und Avalanche.
AAVE, der Governance-Token, kam 2020 als Ersatz für LEND. AIP-1, der erste Aave Improvement Proposal, aktivierte einen Vertrag, der je 100 LEND in einen AAVE tauschte, und legte die Menge auf 16 Millionen fest. Mit demselben Vorschlag startete das Safety Module, in dem Halter AAVE gegen Belohnungen staken können. Gestakte AAVE sollten als Reserve einen Fehlbetrag auffangen. Diese Aufgabe geht nun an Umbrella über: Dort staken Einleger ihre aTokens, und jeder Einsatz deckt nur uneinbringliche Schulden in genau diesem Kryptowert auf genau diesem Netzwerk.
Auch in Europa hat das Projekt eine regulierte Verbindung. Im November 2025 ließ die Central Bank of Ireland Push Virtual Assets Ireland, eine Tochter von Aave Labs, als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen (CASP) nach MiCA zu. Aave Labs betont, dass die Lizenz nur für die On- und Off-Ramps von Push zwischen Fiatgeld und Stablecoins gilt und das Protokoll dezentral und erlaubnisfrei bleibt.
Wer leiht, kann bei einer Liquidation Sicherheiten verlieren, Audits schließen einen Fehler in den Verträgen nicht aus, und der AAVE-Kurs kann innerhalb weniger Tage stark fallen.
Offizielle Website: aave.com (öffnet in einem neuen Tab)